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Seyyid Hakkı
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Welche Bedeutung hat Haci Bektas Veli...

Welche Bedeutung hat Haci Bektas Veli für das Alevitentum? 

Hacı Bektaş Veli war ein großer Gelehrter, der das Volk in Anatolien zum Alevitentum, wie wir es heute kennen, geführt hat.

Über das Leben des Hacı Bektaş Veli sind nur spärliche Informationen erhalten geblieben. Sogar über sein genaues Geburtsjahr herrscht keine Klarheit. Zum einen soll er um 1207 auf die Welt gekommen und noch im 13. Jahrhundert in der Stadt Sulucakarahöyük (heute Hacıbektaş) verstorben sein, zum anderen um 1247 geboren und 1337 verstorben.

Oft wird die letzte Datierung anerkannt, diversen Berichten und Überlieferungen zufolge Hacı Bektaş Veli die Gründung des Osmanischen Reiches miterlebt haben soll, die im Jahre  1299 war. Man sagt ihm ein persönliches Treffen mit Orhan Gazi I., dem Sohn des Begründers des Osmanischen Reiches (Osman Gazi) nach. Zudem habe er die Elitekorps des Osmanischen Reiches, die Janitscharen (Yeniçeri), gesegnet. In der Litanei[1] (Gülbeng) der Janitscharen wird Hacı Bektaş Veli ehrenvoll als Pir (s. Antwort und HünkarHünkar bedeutet sinngemäß abgeleitet vom Persischen „Hudavendigar" Großmeister.
Hacı Bektaş Veli stammt aus der Stadt Nisabur aus der Provinz Horasan (Iran).

Dort erblickte er als Sohn eines angesehenen Gelehrten und Stammesoberhaupt (Bey) namens Ibrahim Sadi die Welt. Die Familie des Hacı Bektaş Velis führt zu der des Propheten Mohammed (Ehl-i Beyt) zurück.
Seine Jugend verbrachte Hacı Bektaş in der Region Horasan, wo er eine geistige Schule des Yesevı Orden besuchte und unter anderem in der islamischen Mystik, in der Philosophie und in den Sozial- und Naturwissenschaften unterrichtet wurde. Diese Schule, die von Wissenschaftlern „Horasan-Schule" (Horasan Okulu) genannt wird, absolvierte er als Gelehrter. Der junge Hacı Bektaş genoss seine Schulung unter der Aufsicht von Lokman Pirende.

Hacı Bektaş Veli begab sich zusammen mit seinem Bruder Mentes während der Invasion der Mongolen mitten im 13. Jahrhundert auf den Weg nach Anatolien.
Bei einem Aufstand soll Mentes ums Leben gekommen sein, während Bektas überlebte und sich in einem Dorf namens Sulucakarahöyük niederließ. Dieser Ort liegt in der Provinz Nevşehir in der heutigen Türkei und wurde später nach seinem Ableben Hacıbektaş genannt.

Dort errichtete er ein Zentrum, wo er seine Lehre unterrichten konnte. In den folgenden Jahren erhielten er und seine Lehren sehr regen Zulauf. Die Tatsache, dass Hacı Bektaş, im Gegensatz zu anderen Gelehrten, türkisch und nicht arabisch gesprochen hat, war mit Sicherheit hierbei nicht unbedeutend. Er säte den Samen der Egalität und der Solidarität in Anatolien und lehnte jede Form der Diskriminierung ab.
Mit der Zeit wurde seine zunächst bescheidene Heimstätte zu einem bedeutenden Konvent[2], aus dem auch Stellvertreter des Hacı Bektaş hervorkamen.

Im heutigen Bektaschitentum (s. Antwort 32), gibt es zwei verschiedene Gruppierungen: Auf der einen Seite die Babağan und auf der anderen die Çelebi. Letztere behaupten, nicht nur geistige, sondern auch genetische Nachfahren des Hacı Bektaş zu sein. Die Babağan bestreiten dies jedoch strikt. Sie behaupten, dass Hacı Bektaş Veli zölibatär (also ehelos) gelebt haben soll.
Die Gruppierung der Babağan ist der Meinung, dass jeder Bektaschi Novize, sofern dieser das entsprechende Wissen und die Gesinnung zum Aleviten-Bektaschitentum besitzt, auch ein Geistlicher werden kann (Baba). Der Baba ist die analoge Figur des Bektaschitentum zu Dede (oder Pir) im Alevitentum.
Hacı Bektaş Veli jedoch hat selber einen Orden mit dem Namen Bektaschi nicht selber gegründet. Balım Sultan hat mehrere Jahrzehnte nach seinem Ableben die Lehren Hacı Bektaş institutionalisiert und in einer Glaubenslehre systematisiert.

Im Alevitentum fungierte Hacı Bektaş Veli als Großmeister, der in Gebeten als Halbheiliger verehrt und gehuldigt wird. Er wird im Alevitentum als der „Brunnen der Erkenntnis" und als Zenith der Erkenntnis (Kutbul Aktab) bezeichnet.

Da es sich beim Alevitentum darum handelt, den Weg zum vollkommenen Menschen zu finden, wird Hacı Bektaş Veli als Wegbereiter (Pir) eine tiefe geistige Verbundenheit entgegengebracht. Die vier Pforten mit den vierzig Stufen (s. Antwort 5), das Prinzip der Zügelung der Hände, der Zunge und der Lenden, die Wichtigkeit der Liebe, der Toleranz und des Humanismus und vieles, vieles mehr der alevitischen Lehre und Ethik geht auf Hacı Bektaş zurück.

Die Werke des Hacı Bektaş Veli und seine Gedanken, die in seinen Schülern weiterleben, zeigen, dass er ein großer Denker ist. Die Literaturwerke, die er verfasst hat, sind „Makaalât", „Sathiyye", „Fevâid", „Makaalât-i Gaybiyye ve Kelimât-i Ayniyye", „Hurdenâme", „Fâtihâ Tefsîri", „Besmele Tefsîri" und „Üss-ül Hakîka". Nur wenige von diesen Werken wurden ins Neu-Türkische übertragen.

Interessanterweise ist Hacı Bektaş Veli eine Person, bei der sich Sunniten und Aleviten - trotz evident unterschiedlicher Verehrung - treffen können. Dies zeigt, dass Hacı Bektaş nicht nur ein Gelehrter und Denker, sondern ebenfalls ein Mann des Volkes gewesen ist. Auch im Balkan und im Nahen Osten (wo Bektaschi Konvente aufzufinden sind) ist Hacı Bektaş Veli in vielen Kreisen ein Begriff.

Sein Mausoleum[3] liegt heute in der, nach ihm benannten Stadt Hacıbektaş in der Provinz Nevşehir. Jedes Jahr, vom 16. bis einschließlich 18. August, finden dort Gedenkfeiern zu seinen Ehren statt.


[1] Litanei = Gebet
[2] Konvent = Kloster

[3] Mausoleum = monumentales Grabmal in Gebäudeform 

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