Alevi Inanç Din Bilgileri sayfası—Seyyid Hakkı, 1965 Dersim doğumlu ve Seyyid Seyfettin Ocağı evladı.—Allah Muhammed ya Ali.
Seyyid Hakkı
Alevi Inanç Din Bilgileri sayfası.

Geschichte der Aleviten

Geschichte der Aleviten

Chronologie zur Geschichte der Aleviten

 (Stand: Januar 2003)
Bei dieser Chronologie handelt es sich um eine innerislamische Histografie. Da über das Alevitentum und über die Aleviten keine hinreichenden schriftlichen Überlieferungen und histografische Darstellungen existieren, wurde hier eine Verortung in der islamischen Welt vorgenommen. Es ist dem Verfasser dieser Aufstellung bewusst, dass dieser Versuch nicht unumstritten ist. Dies ist im Hinblick auf die Bestimmung der Herkunft des Alevitentums besonders problematisch. Des Weiteren beansprucht die Zeittafel Vollständigkeit. Die Eigennamen sind größtenteils in einer eingedeutschten Form wieder gegeben worden.

622 Flucht des Propheten Mohammed (geb.570 in Mekka) nach Medina.
Dieser Zeitpunkt ist das offiziell anerkannte Datum für die „Gründung" des Islam und gleichzeitig Beginn der islamischen Zeitrechnung.

656-661 Kalifat Alis:
Ali ist ein Vetter des Propheten und mit dessen Tochter Fatima verheiratet. Nach seiner Ermordung im Jahr 661 vollzieht sich die Spaltung des islamischen Glaubenssystems in ein schiitisches und ein sunnitisches Bekenntnis. Die Aleviten verstehen sich als Anhänger Alis, die die drei so genannten „rechtgeleiteten" Kalifen vor ihm nicht anerkennen und nur in ihm den rechtmäßigen Nachfolger des Propheten Mohammed sehen.

661 Die Omaiyaden übernehmen nach dem Tod Alis die Herrschaft und somit auch das Kalifat.

680 Hüseyin der jüngste Sohn Alis und Dritte in der zwölf Imame, stirbt bei Karbala (im heutigen Irak). Dieses Ereignis hat sich wie kaum ein anderes in das alevitische Bewusstsein eingegraben. Ist hier doch ein Nachfahre Alis und des Propheten zugleich zu Tode gekommen, der gegen die Feinde der Lehre seiner Väter zu Felde gezogen war. Dem Martyrium Hüseyins wird in den alevitischen Cem- Gottesdiensten Rechnung getragen.

922 Der Mystiker Halladsch Mansur wird in Bagdad hingerichtet. Sein Ausspruch „Ene´l Hak" - zu Deutsch etwa „Ich bin die (absolute) Wahrheit" wurde ihm zum Verhängnis, da er als „Ich bin Gott" gedeutet wurde, zählt doch Hakk
(Arabisch u. a. „Wahrheit") zu den zahlreichen Namen Gottes. Was für Mansurs Gegner Grund zur Hinrichtung wegen Blasphemie war, ist für die Aleviten das Resultat eines Prozesses, den der wahre Gläubige durchlaufen muss, um durch eine unio mystica zur „absoluten Wahrheit" zu gelangen.
Somit ist dieser Ausspruch keineswegs anmaßend oder gar gotteslästerlich.
Welche Bedeutung die Aleviten Halladsch Mansur und seiner Lehre beimessen, ist daran zu erkennen, dass innerhalb des „Cem" das so genannte „Dar-ý Mansur" eingerichtet ist - eine, wenn man so will, rechtsprechende Instanz. Hier müssen Gläubige, die sich etwas haben zu Schulden kommen lassen, in gebeugter Haltung Rechenschaft vor versammelter Gemeinde ablegen und eine angemessene Strafe entgegennehmen.

1037 Der berühmte Philosoph Avicenna (Ibni Sina, geb.980) stirbt in Hamadan. Avicenna stammte wie Hacý Bekta. Veli aus Chorasan. Er gehörte zu den typischen Vertretern jener islamisch-sufistischen Philosophie, die das klassische griechische Denken im Lichte der späteren hellenistischen Umarbeitung gedeutet hat. Das Denken Avicennas war für die Gefolgsleute des heiligen Augustinus, die im Neuplatonismus die Grundlage für eine neue christliche Philosophie entdeckt hatten, höchst attraktiv. Selbst die großen Philosophen des 13. Jahrhunderts, wie Wilhelm von Auvergne, Bonaventura, Robert Grosseteste und Roger Bacon, die den Augustinismus vertraten,
beeinflusste er. Auf seine Idee trifft man sogar bei Philosophen, wie Albertus Magnus, Thomas von Aquin und Johannes Duns Scotus.

1071 Der Seldschukische Sultan Alparslan besiegt beim heutigen Mantzikert den byzantinischen Kaiser Diogenes Romanos IV. Dies öffnet die byzantinischen Grenzen für turkmenische Stämme, die nun aus der nordiranischen Provinz Chorasan nach Anatolien strömen und alevitische Gedankengut mitbringen.

1240 Revolte des Volkpredigers Baba Ishak in Anatolien.
Dieser Aufstand ist - mit einer Reihe weiterer - für das alevitische Selbstverständnis von Bedeutung, da er sich gegen die staatliche Obrigkeit richtet und die politischen und sozialen Missstände anprangert, wurde der alevitische Glaube doch zu keiner Zeit von staatlich autorisierten Stellen anerkannt.

1252 Schah Safiyettin (Safi ad-Din) kommt auf die Welt. Er gründete den Ardabil-Derwischorden (Südufer des Kaspischen Meeres), der über Jahrhunderte hinweg großen Einfluss auf die anatolischen Aleviten ausübte.

1281 Sarý Saltuk wird von Hadschi Bektasch-i Veli beauftragt, das Alevitentum nach Europa zu tragen, worauf dieser dann in den Balkan geht. Heute leben viele Bektaschiten in den Balkenländern.

1295 Hadschi Bektasch Veli stirbt.
Er ist der halblegendäre geistige Führer und Heiliger der Aleviten. In dem nach ihm benannten Orden, in dessen Räumlichkeiten heute ein Museum eingerichtet ist, welches jedoch noch immer als Wallfahrtsstätte fungiert, finden an 16.- 18. August eines jeden Jahres Feierlichkeiten zu seiner Ehren statt.

1301 Scheich Safi ad-Din (gest.1334) gründet in Ardabil den nach ihm benannten Safaviden-Orden. Einer seiner Nachfahren, Ýsmail, soll später das Reich der Safaviden errichten.

1307 Barak Baba stirbt.

1320/21 Yunus Emre, einer der größten türkischen Dichter stirbt. Zentrales Thema seiner Gedichte ist die sufische Philosophie, die auf den Neuplatonismus zurückgeht. Nachdem er - wie er in seinen Gedichten angibt - „40 Jahre lang" im Dienst eines Mystikers namens Taptuk Emre gestanden hat, wird er von seinem Dienst entbunden und führt fortan das Leben eines Derwischs. Yunus Emre zählt zu den Sieben Heiligen Dichtern der Aleviten.

1397 Kaygusuz Abdal, ein Anhänger der bektaschiten Lehre, zieht nach seinem Dienst bei seinem Meister Abdal Musa nach Ägypten, um dort ein Kloster zu gründen, welches in kurze Zeit zur Heimstätte von Not leidenden und kranken Menschen wird.

1398 Tod des Begründers der Hurufi-Lehre Fazlullah Asterabadis.
Die Anhänger dieser Lehre sehen in den einzelnen Buchstaben des arabischen Alphabets (huruf ist der Plural des arabischen Wortes harf „Buchstabe") - und in den menschlichen Gesichtszügen - eine mystische Bedeutung verborgen, die es zu entdecken gilt. Die Ideen Fazlullahs wurden als ketzerisch angesehen und führten zu seiner Hinrichtung. Seine Lehre jedoch hat einen nachhaltigen Eindruck bei einigen türkischen Dichtern hinterlassen. Fazlullah Asterabadi hinterlässt ein berühmtes Werk, die „Cavidanname".

1417 Seyyid Nesimi, enger Vertraute von Fazlullah Hurufi und bekannteste Huruf-Dichter, wird in Aleppo (Syrien) zu Tode geschunden, da seine sufischen ansichten den Regeln der Scharia widersprechen. Seyyid Nesimi trug mit seinen Gedichten, die er in Aserbaidschanisch-Türkisch verfasste, in erheblichem Maße zur Verbreitung des hurufischen Glaubens bei. Er gehört zu den SiebenHeiligen Dichtern bei den Aleviten.

1420 Bewegung des Scheich Bedreddin.
Gegen die Unterdrückung durch den offiziellen Staats-Sunnitentum und die Ausbeutung durch die Grundherren finden sich Mitglieder verschiedenster Sufi-Bruderschaften sowie Bauern aus allen Teilen der damaligen Gesellschaft,
die im Gebiet der heutigen Provinzstadt Aydýn und Umgebung lebten, unter der Führung Scheich Bedreddins, eines ehemaligen orthodoxen Theologen, zusammen und erheben sich gegen die Osmanen. Die pantheistische Beredsamkeit Scheich Bedreddins beseelt die Massen. Börklüce Mustafa und Torlak Kemal, enge Vertraute Bedreddins, schließen sich ihm an. Eine ihrer Hauptforderungen ist die Einführung von Gemeineigentum, um der immer größer werdenden Armut Herr zu werden. Die Aufständischen werden von der vereinten rumelisch- anatolischen Heeresmacht der Osmanen bei Karaburun besiegt. Ihre Anführer werden nacheinander gefangen genommen und schließlich hingerichtet.

1428 Balým Sultan wird geboren.
Er organisiert durch eine „Erkanname" (Schrift zu geistliche Trägerinternen Angelegenheiten) das Bektaschitentum neu.

1495 Fuzuli, einer der Sieben Heiligen Dichter bei den Aleviten wird in Hille geboren.

1499 Sultan Beyazýt II. tritt im Einvernehmen mit Balým Sultan, dem Nachfolger Hadschi Bektasch Velis als Ordensvorsteher, zum Bektaschitentum über.

1501 Der erst 14-jährige Safavide Schah Ýsmail wird zum Schah von Persien gekrönt. Schon am Vorabend der Thronbesteigung lässt er das zwölferschiitische Glaubensbekenntnis als Staatsreligion ausrufen. Ýsmail wir
von den Aleviten u. a. als Dichter verehrt, der unter dem Pseudonym Hatayi in aserbaidschanisch-türkischer Sprache dichtete.

1511 Beginn des Aufstandes von Schah Kulu.

1514 Schlacht zwischen Osmanen und Safaviden bei Tschaldiran. Schah Ýsmail zieht sich geschlagen zurück.

1519 Yemini schreibt die berühmte „Faziletname".

1527 Hinrichtung von Kalender Tschelebi.

1590 Der Dichter Pir Sultan Abdal wird auf Befehl von Hýzýr Pa.a, des damaligen Statthalters von Sivas, hingerichtet. Durch seine Gedichte, die er in der Sprache des (einfachen) Volkes verfasste, genießt Pir Sultan Abdal, der ebenfalls zu den Sieben Heiligen Dichtern zählt, heute noch großes Ansehen bei den Aleviten.

1772 Dichter Dertli wird geboren.

1807 Dichter Seyrani wird geboren.

1826 Auflösung des Janitscharen-Korps. Damit geht auch die Bekämpfung des Bektaschi-Geistliche Trägers einher.

1827 Hamdullah Çelebi, Nachfahre Hadschi Bektasch Velis und Ordensvorsteher, wird ins Exil nach Amasya verbannt. Anschließend erfolgt die Beförderung des Nakschibendi-Scheichs in das Haus des Pir, des Vorstehers der
bektaschitischen Anhängerschaft.

1893 Der alevitische Dichter und Sänger A.ýk Veysel wird in Sivas geboren. Trotz Erblindung seit seinem 7. Lebensjahr hat A.ýk Veysel die Liebe zu Gott und Natur hervorragend beschrieben. Er stirbt im Jahr 1973 und hinterlässt zahlreiche Gedichte und Lieder, die in der Türkei Anerkennung breitester Kreise gefunden haben.

1924 Aufhebung des Kalifats und Einrichtung des Amtes für religiöse Angelegenheiten. Die Aleviten werden von dieser Institution nicht berücksichtigt.

1925 Schließung von religiösen Orden und Klöstern. Als Folge setzten die Aktivitäten des Bektaschi-Ordens aus.

1928 Der Gebetsruf vom Minarett durch den Muezzin wird auf Türkisch abgehalten.

1950 Aufhebung des Verbots, den Gebetsruf auf Arabisch zu halten.

1953 Gründung des ersten Bektaschi-Klosters in den USA.

1956 Halil Öztoprak veröffentlicht sein Buch mit dem Titel „Der verborgene Sinn des Koran und die Wahrheit in der Geschichte", das heftige Diskussionen in der Türkei auslöste.

1957 Buyruk wird im türkischen Alphabet gedruckt.

1963 Gründung des Hadschi Bektasch Veli-Vereins. Im großen Kino von Ankara wird zum ersten Mal ein für alle offener Cem abgehalten.

1964 Das Kloster von Hadschi Bektasch-i Veli wird als Museum wiedereröffnet.

1976 Ausschreitungen gegen die alevitische Bevölkerung in Malatya, die noch von weiteren in den Jahren 1978 (Kahramanmara.), 1979 (Sivas) und 1980 (Çorum) gefolgt werden sollten.

1986 Gründung der ersten alevitischen Vereine in Europa.

1991 Gründung der „Föderation von alevitischen Gemeinden in Deutschland". Umbenennung in „Föderation der Aleviten Gemeinden in Deutschland" im Jahre 1992.

1993 Beim Massaker von Sivas sterben während der Veranstaltung „Pir Sultan Abdal" am 2. Juli 1993 37 Menschen, überwiegend alevitische Künstler.

1993 Gründung der AAGB Bund der Alevitischen Jugendlichen in Europa

1995
Ausschreitungen gegen die alevitische Bevölkerung im Istanbuler Vorort Gaziosmanpa.a.

1999
Offizielle Gründung mit Satzung und Eintragung der AAGB Bund der Alevitischen Jugendlichen in Deutschland e.V. beim Amtsgericht Köln


(Zusammenstellung: Seydi Koparan mit Erweiterung über die Jugend von Deniz Kiral )
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